Gerade vor ein paar Tagen bin ich von einer mehrtägigen Kanufahrt nach Schweden mit Jugendlichen zurückgekehrt.
Für mich ist eine mehrtägige Kanutour durch die schwedische Seenlandschaft weit mehr als eine sportliche Herausforderung.
Tagelang sind wir Teamer mit Jugendlichen auf dem Wasser unterwegs.
Geschlafen wird im Zelt, übernachtet -wenn möglich – auf einer Insel, gewaschen im See und auch wird das Wasser aus dem glasklaren See getrunken.
Dabei erlebe ich wie das Leben entschleunigt. Das Kanufahren bestimmt den Rhythmus, die Natur gibt den Takt vor und die Gemeinschaft wächst mit jedem gemeinsamen Kilometer.
Im Kanu sitzt niemand allein. Nur wenn beide im gleichen Takt paddeln kommt das Boot gut voran. Sowas erinnert mich immer an unseren Glauben: Gemeinsames Leben gelingt, wenn wir einander unterstützen, Rücksicht nehmen und Lasten gemeinsam tragen (bspw. beim Beladen oder Ausladen eines Bootes).
Die Weite der Seen, die Stille der Wälder und die langen Sommerabende lassen uns Gottes Schöpfung auf besondere Art und Weise erleben. Gerade am Lagerfeuer entstehen schnell tolle Gespräche über „Gott und die Welt.“ Es hat schon was, so ein Lagerfeuer.
Fernab von Termindruck, Handy und PC entsteht Raum für tolle Gespräche und Fragen über das Leben. Hier entdecken viele Jugendliche, dass Gott nicht nur in einer Kirche zu finden ist, sondern mitten in der Natur und in der Gemeinschaft.
Bei unseren Fahrten gehören Andachten, Gebete und/oder mal das gemeinsam gesprochene Vaterunser dazu. Viele Jugendliche entdecken hier das erste Mal wie selbstverständlich ein Gebet sein kann.
Auch auf dem Wasser wird deutlich wie wichtig gegenseitige Unterstützung ist.
Natürlich gibt es beim Kanufahren mal schnell Gegenwind, Regen und höhere Wellen.
Doch gerade solche Erlebnisse können zusammenschweißen.
Aber auch eine Kanutour endet irgendwann am Ufer oder auf einem Campingplatz.
Die gemachten Erfahrungen aber bleiben. Neue Freundschaften, viele gemeinsame Erlebnisse und die Gewissheit, dass Gott uns begleitet, nehmen wir mit nach Hause.
Vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis der Kanutour. Der Weg des Glaubens ist wie eine Kanutour – mal ruhig, mal herausfordernd, aber immer in der Gewissheit, dass Gott mit uns unterwegs ist.
Und meine Gewissheit bleibt, dass ich weiterhin ein Herz für die Jugend habe.
Auch diese Jugendlichen waren wiedermal sowas von toll.
Zum Schluss möchte ich einen Segen weitergeben: Gott segne dich auf deinem Weg.
Gott schenke dir Friede und Freude am Leben, Zusammenhalt in der Gemeinschaft und Mut bei Gegenwind. Amen
Elmar Schrader, Jugendreferent